| Der Dorfbrunnen |
| Man kann sich kaum noch vorstellen, wie es war, bevor das Wasser einfach so aus der Leitung kam. Bevor die Haushalte an das Zentrale Wasserversorgungsnetz angeschlossen wurden, Zöberitz mußte lange warten, erst in den Jahren 1976 - 77 konnte es realisiert werden, mußte ein Brunnen das kühle Naß spenden. Wenn auch die eigene Hauswasseranlage schon eher Abhilfe geschaffen hatte, so war doch auch hierzu ein Brunnen erforderlich. Wie war es nun, als alles Wasser, zum Verzehr, zum Waschen, zur großen Wäsche, die Tiere mußten versorgt werden, der Garten brauchte es, ja auch bei einem Brand wurde neben Teichwasser, auch aus den Brunnen geschöpft. Es war eine mühselige Angelegenheit, doch kannte man es nicht anders. Das Wasser hatte einen hohen Stellenwert, man schätzte es und ging damit sorgsam um. Aus der Schulchronik erfahren wir, daß bei dem Schulbrunnen sehr auf Hygiene geachtet wurde. Besonders wenn wieder einmal eine Seuche im Anzug war, ließ man beim Apotheker des öfteren eine Wasserprobe nach schädlichen Keimen untersuchen. In den Höfen ist man oft sehr leichtfertig mit den Anlegen der Brunnen verfahren. Meist befand er sich in der Nähe der Mistgrube, wohin auch noch der Abort eingeleitet wurde. Die Dorfbrunnen standen meist in zentraler Ortslage, so auf den Dorfplatz, auch in Zöberitz, wo er überdauert hat, jedoch nicht mehr funktionsfähig ist. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, dieses Relikt der Vergangenheit als kleines technisches Denkmal zu erhalten und es mit einer Tafel kenntlich zu machen. Der Brunnen wurde 1962 untersucht, dabei stellte man fest, daß der untere Teil, er ist von unten her gemauert, eingestürzt ist. Wollte man ihn sanieren, wäre es nur mit einem großen Aufwand möglich, es käme einer Neuanlegung gleich. Er hat einen Durchmesser von etwa 150 cm und ist 13 Meter tief, wie sie hier im allgemeinen so errichtet wurden. h. m. |