Im Jahre 1546begab sich Luther von Wittenberg her auf den Weg ins Mansfeldische, um die dortigen Grafen miteinander auszusöhnen. Vom 24. zum 25. Januar logierte er mit seinen Söhnen Paul und Martin und deren Lehrer Ambrosius in Landsberg, und zwar in der Doppelkapelle in einer Stube im dritten Geschoß. In Halle mußten sie dann eine Zwangspause einlegen, weil wegen starken Eisganges nicht über die Saale setzen konnten. Im "Goldenen Schlößchen" (Schmeerstraße 2, erb. 1412) waren sie gut untergebracht. Der Gastgeber Justus Jonas, der erste evangelische Pfarrer von Halle, war ein Freund Martin Luthers. Am 28. Januar ging es dann weiter nach Eisleben. Sein Versöhnungswerk gelang ihm und trotz einer Erkrankung predigte er dort noch viermal. Am 18. Februar verstarb er da, wo er geboren.
Sein Leichnam wurde auf demselben Wege, wie er gekommen war, von Eisleben nach Wittenberg gebracht. Es wird berichtet, daß der Trauerzug von seinen Söhnen, vielen seiner Freunde, so Jonas, dem Grafen von Mansfeld und zahlreichen Menschen des neuen Glaubens begleitet wurde.
Wo der Trauerzug sich durch die Ortschaften bewegte, läuteten die Glocken. Viele Menschen säumten die Straßen. Für das Kirchspiel von Peißen bedeutete dies: Das Gespann mit dem Leichnam und die Trauernden bewegten sich auf der alten Fahrstraße von Halle, den Birkhahn herunterkommend, nach Zöberitz durch das Gut, auf dem das alte Geschlecht derer von Cebritz saß, dann über Braschwitz, Hohenthurm (Lutherkirche) über Landsberg nach Wittenberg. Dafür kam nur die einigermaßen befestigte Straße inFrage, da es Frühjahr und Tauwetter war.
So wurden sicherlich auch die Glocken von Peißen geläutet.
Die Glocke, zufällig im Geburtsjahr von Luther gegossen, deren Klang nunmehr seit mehr als 500 Jahren zu hören, ist heute immer noch die gleiche.
h.m.